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Judo Bundesliga
IJF Veterans
   

Anpassung der Kampfregeln für den Olympia-Zyklus 2017-2020

- Allgemeine Hinweise -

A. Ziel der IJF: Verbreitung des Judo durch einfachere und verständlichere Regeln.

B. Zweck der Regeln: Das Angriffs-Judo fördern und Ippon realisieren.

C. Information:                                                                                                                                Die IJF wird dem IOC vorschlagen, einen Mannschaftswettbewerb bei den Olympischen Spielen zu schaffen mit Mixed-Teams: Frauen: -57, -70, +70; Männer: -73, -90, +90.

D. Abschließende Erläuterung der neuen Kampfregeln:                                                                      IJF-Kampfrichter- & Trainer-Seminar 06./07.01.2017 in Baku (Liveübertragung) !

E. Probephase:
Die Probephase der Regeln startet im Januar (African Open 14./15.01.2017) und endet mit der Weltmeisterschaft in Budapest (28.08.-03.09.2017). In dieser Zeit sind Korrekturen möglich. Eine finale Entscheidung wird nach der WM getroffen.

- Zusammenfassung -

1.Kampfzeit:                                                                                                                                                                                                                     Die effektive Kampfzeit beträgt für Männer und Frauen gleichermaßen 4 Minuten.

2.Wertungen:                                                                                                                                                                                                                     Es gibt nur noch zwei Wertungen: Waza-Ari und Ippon. Zukünftig werden alle Wurftechniken mit Waza-Ari bewertet, die in der Vergangenheit mit Waza-Ari oder Yuko bewertet wurden. Mehrere Waza-Ari werden nicht mehr aufaddiert.

3.Haltegriffzeiten:                                                                                                                                                   10 bis 19 Sekunden: Waza-Ari, 20 Sekunden: Ippon.

4.Kampfbewertung:                                                                                                                                                                                                            In der regulären Kampfzeit kann ein Kampf nur noch durch technische Wertungen (Ippon oder Waza-Ari) gewonnen werden. Strafen entscheiden den Kampf nicht (Ausnahme: direktes oder zusammengesetztes Hansoku-Make).

5.Golden Score:                                                                                                                                                         Im Falle, daß in der regulären Kampfzeit keine Wertung erteilt wurde oder die Zahl der Wertungen gleich ist, wird der Kampf in Golden Score fortgesetzt. Alle Wertungen und Strafen verbleiben auf dem Scoreboard. Die Entscheidung im Golden Score resultiert aus dem Unterschied von Wertungen oder Strafen (Shido).

6.Strafen
Es gibt zukünftig nur noch drei Shido (anstatt vier). Das dritte Shido bedeutet Hansoku-Make. Alle Aktionen, die die Art und Weise des Greifens betreffen (z.B. Pistolengroff, Taschengriff, einseitiger Griff), werden nicht mehr bestraft. Ebenso wird das Greifen in den gegnerischen Ärmel nicht mehr bestraft. Der Griffkampf (Kumi-Kata) wird nicht mehr bestraft, solange der Judoka Angriffe vorbereitet. Negative Verhaltensweisen (nicht auf einen Angriff hinarbeiten, defensive Haltungen) werden mit Shido bestraft. Die Zeit zwischen dem Griffkampf und Angriffshandlungen wird auf 45 Sekunden ausgedehnt (Inaktivität). Angriffe unterhalb des Gürtels werden beim ersten Mal mit Shido, beim zweiten Mal mit Hansoku-Make bestraft.

7.Sicherheit
Wenn Uke die Landung auf dem Rücken zu vermeiden versucht durch eine Bewegung, die gefährlich für Kopf, Nacken oder Wirbelsäule ist, ist er mit Hansoku-Make zu bestrafen. Der Kämpfer verliert den Kampf, darf aber den Wettkampf ggfs. fortsetzten. Die Landung auf beiden Ellenbogen ist zu bewerten; die Landung auf einem Ellenbogen ist nicht zu bewerten. Anti-Judo wird sofort bestraft als eine Handlung gegen den Geist des Judo.

8.Würfe und Kontertechniken
Bei Angriffs- und Kontertechniken wird der erste Kämpfer, der mit dem eigenen Körper auftrifft, als Verlierer angesehen. Wenn eine Wertung möglich ist, wird diese erteilt. Wenn beide Kämpfer zusammen landen, wird keine Wertung gegeben. Wenn eine Kontertechnik von einem Kämpfer nach der Landung ausgeführt wird, wird diese nicht bewertet. Jede Aktion nach der Landung wird als Ne-Waza-Aktion betrachtet.

9.Judogi
Für eine größere Effektivität und für einen besseren Griff ist es notwendig, daß die Jacke vom Gürtel fest zusammengehalten wird. Um dies zu stärken, müssen die Kämpfer ihren Judogi auf Anordnung des Kampfrichters schnell zwischen Matte und Ha-Jime ordnen.

Weitere Informationen erfolgen unmittelbar nach dem IJF-Seminar am 06./07.01.2017 in Baku.
Das Seminar wird live auf www.youtube.com/judo übertragen.

Neue IJF-Wettkampfregeln und Neuerungen in der Bundesliga
...verbunden mit herzlichen Weihnachts- und Neujahrsgrüßen!
 
 
Liebe Vereine, liebe Athletinnen und Athleten, liebe Trainerinnen und Trainer, liebe Judoka im HJV 
Nach den Olympischen Spielen ist vor den Olympischen Spielen! Aus diesem Grund hat die IJF nach den Erkenntnissen und Erfahrungen des letzten Olympiazyklus erwartungsgemäß neue Wettkampfregeln verabschiedet, die zunächst auf Probe bis zu den Weltmeisterschaften in Budapest (28.08.-03.09.2017) angewandt werden sollen. Die Umsetzung und Interpretation der neuen Regeln in der IJF, dem DJB bzw. HJV dürften sich erst nach den jeweiligen Kampfrichter-Seminaren (IJF/EJU: 05.-08.01.2017 in Baku, Liveübertragung: www.youtube.com/judo / DJB: 12.-15.01.2017 in Hennef) und Festlegungen der verantwortlichen Gremien ergeben. Nichtsdestotrotz kann man den offiziellen IJF-Wortlaut und die deutsche Übersetzung hier nachlesen:
siehe auch: Anlagen
Für die DJB-Ligen wurden bei der letzten DJB-Mitgliederversammlung Änderungen beschlossen, die hier nachzulesen sind:
siehe auch: Anlage
Der HJV wird im Rahmen des Gruppen-/Landes-Kampfrichter-Seminars am 04./05.02.2017 in Frankfurt allen Interessierten anbieten, sich mit den neuen Regeln vertraut zu machen. Hierzu wird es eine Info-Veranstaltung am Samstag, den 04.02.2017 beim lsbh in der Otto-Fleck-Schneise geben, die noch offiziell ausgeschrieben werden wird.
Sollte es darüber hinaus Bedarf an Vereins- oder Mannschaftsschulungen geben, steht die KR-Kommission bereit. Erste Anfragen hierzu gibt es bereits, denen wir auch gerne nachkommen werden! Bei Interesse einfach wenden an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Abschließend möchten wir seitens der Kampfrichtergemeinschaft die Gelegenheit nutzen, um uns bei allen Athletinnen und Athleten, Trainerinnen und Trainern, Vereinsvertreterinnen und Vereinsvertretern sowie den Präsidiums-/Gesamtvorstandsmitgliedern und Funktionsträgern im HJV für die Zusammenarbeit in 2016 zu bedanken!
Auch wenn es in diesem Jahr wieder die ein oder andere kontroverse Diskussion sowohl am Mattenrand wie auch auf Funktionärsebene gab, sind wir in 2016 doch auf beiden Ebenen nicht nur einen, sondern mehrere gewaltige Schritte nach Vorne gegangen.
Wir sind uns einig, dass es den zuweilen emotionalen Diskurs am Mattenrand über die auf der Matte ergangenen Entscheidungen immer geben wird. Das ist auch gut so! Emotionen gehören zum Sport, das zeugt von Leidenschaft. Und solange dieser Diskurs -auch gerne hart in der Sache- aber fair, sachlich und konstruktiv vonstatten geht, ist alles gut! Damit uns dies gelingt, müssen wir weiter am gegenseitigen Verständnis arbeiten. Hierzu freuen wir uns festzustellen, dass wir Kampfrichter bei Veranstaltungen dankenswerterweise im Nachgang eines Kampfes immer häufiger von Athletinnen/Athleten und Coaches auf Entscheidungen hin angesprochen werden und zumeist mit Hilfe des Caresystems die Situationen gemeinsam diskutieren können. Nichts in dieser Situation ist besser als das persönliche Gespräch, um die gegenseitigen Positionen über das auf der Matte Geschehene auszutauschen. Auch müssen wir aber festhalten (manche mögen das bedauern), dass den Kampfrichtern die Bürde der objektiv finalen Entscheidung obliegt, denn nur dafür sind wir Kampfrichter letzten Endes da.
Auf Funktionärs- und Verbandsebene wurde vermeintlich verloren gegangenes Vertrauen zurückgewonnen. Wir sind mittlerweile auf einem guten Weg! Wir möchten uns herzlich dafür bedanken, dass nunmehr in der Satzung durch die Vereine niedergeschrieben wurde, dass der Kampfrichterreferent durch die Kampfrichter auf der Kampfrichterversammlung gewählt wird.  Hierzu sind alle Vereinsvertreterinnen, Vorstandsmitglieder und Beauftragte des HJV natürlich für einen konstruktiven und transparenten Dialog herzlich eingeladen, aber antrags- und stimmberechtigt in ureigenen Kampfrichterangelegenheiten sind die Kampfrichter. Zudem wurde den Kampfrichtern ein Antragsrecht an die Mitgliederversammlung eingeräumt.
Dies alles ist eine gute Ausgangssituation für 2017! Wir freuen uns auf eine weitere, spannende Saison, wollen uns jetzt aber erst einmal allen ein paar besinnliche und erholsame Tage wünschen, einen guten Rutsch in das neue Jahr mit viel Gesundheit und Erfolg!
 
Hessischer Judo-Verband e.V.
Marcel Frost
Kampfrichterreferent
   
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