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Hessische Kampfrichter bilden sich fort und verabschieden die Kolleginnen Petra Seibert und Bettina Müller aus ihrem Kreise

Nachdem die DJB-Gruppen-Kampfrichter am Samstag, den 06.Februar ihre jährliche Regelfortbildung in Schifferstadt durchführten, folgten nun die Landes-Kampfrichter am Sonntag, den 07.Februar in Frankfurt beim LSBH. Es war hocherfreulich, dass die meisten der Gruppen-Kampfrichter es sich nicht nehmen ließen, auch dem Landes-Lehrgang beizuwohnen und die Landes-Kampfrichter mit zu unterstützen.

Zunächst galt es, gemeinsam einen kritischen Rückblick auf 2015 zu werfen, um „Dauerbrenner“ in der Regelinterpretation zu behandeln, aber auch um sich nach den Kampfrichter-Seminaren des DJB in Lindow, der IJF in Tokyo und der Gruppe Süd-West in Schifferstadt die neuen Interpretationen anzueignen. Diese sind in aller Kürze:

  • Brücke: Alle Situationen, in denen Uke zur Vermeidung des Niederwurfs aktiv eine Bogenspannung einnimmt, seinen Kopf nach hinten überstreckt und mit diesem zuerst die Matte berührt (oder auf Uke landet), sollen mit Ippon bewertet werden. Auf die Füße bzw. die Landung des Körpers kommt es nicht mehr an.

  • Bear Hug: Erlaubt ist der Bear Hug nur, wenn Tori zuvor mindestens mit einer Hand gegriffen hat.

  • Jugendsonderregeln: Auch bei gegengleicher Auslage darf Uke nur um den Kopf/Nacken/Schulter greifen, wenn Toris Hand unter dem Arm auf den Rücken geht, um eine Technik wie z.B. O-Goshi anzusetzen.

  • Verletzung: Bei Verletzung eines Kämpfers, die eine Untersuchung/Behandlung erfordert, soll diese am Mattenrand neben dem Kampfrichtertisch stattfinden. Der am nächsten positionierte Außenrichter begleitet den Kämpfer.

  • Waage: Das Wiegen muss auf offiziell geprüften (Eichung oder Kalibrierung - CE) Waagen vorgenommen werden. Trägt die Waage das Siegel CE, ist keine Eichung notwendig.

Für einen gesamthaften Überblick stellen wir >HIER< eine PRÄSENTATION der Inhalte zur Verfügung. Für Rückfragen stehen die Mitglieder der Kampfrichter-Kommission gerne zur Verfügung! Auch besteht wie immer die Möglichkeit, Vereins- und/oder Mannschaftsschulungen anzufragen!

Bedauerlich ist, dass dem HJV mittlerweile nur noch knapp über 30 Landes-Kampfrichter aktiv zur Verfügung stehen. Dies war zum einen dadurch bedingt, dass aus Krankeitsgründen einige Teilnehmer kurzfristig absagen mussten, der Termin leider auf das Karnevalswochenende fiel, aber zum anderen auch die Tätigkeit als Kampfrichter im HJV durch die Rahmenbedingungen – gerade in 2015 – nicht immer einfach war.

Marcel Frost (Kampfrichterreferent) nutzte die Gelegenheit alle hessischen Kampfrichter an einem Ort zu haben, um verdiente Kolleginnen aus dem aktiven Kampfrichterdienst zu verabschieden:

KR Verabschiedung Petra BettinaPetra Seibert begann 1977 ihre Kampfrichter-Laufbahn und absolvierte bis heute knapp 700 Einsätze! Sie war die erste Frau, die in der Gruppe Süd-West ihre DJB-B- und für die Gruppe die DJB-A-Lizenz erworben hat. Seit 1993 war sie ununterbrochen Mitglied der HJV-Kampfrichter-Kommission und verantwortlich für die Ausbildung von Nachwuchs-Kampfrichtern. Auch war sie zuständig für die Kampfrichterei im Bereich des G-Judo. Ihre höchsten Einsätze waren mitunter die Nominierungen zu den Special Olympics 2002 in Frankfurt und zu den Weltmeisterschaften der Veteranen 2011, ebenfalls in Frankfurt. Seit 2013 fungiert sie obendrein als Dan-Prüferin. Zahlreiche Ehrungen durch HJV, DJB und LSBH bescheinigen ihr außergewöhnliches Engagement. Gekrönt wurde dies zuletzt durch die Verleihung des 6.Dan. Daher ließen es sich die hessischen Kampfrichter nicht nehmen, ihre Anerkennung dadurch zum Ausdruck zu bringen, ihr symbolisch einen von allen Kollegen der Gruppe Süd-West und des HJV unterschriebenen rot-weißen Gürtel noch vor der offiziellen Übergabe durch den HJV im Anschluss an die Verabschiedung zu überreichen.

 

Foto : Hessischer Judo-Verband     Von links : Petra Seibert, KR-Referent Marcel Frost, Bettina Müller

Bettina Müller begann 2000 mit der Kampfrichterei. In weit über 100 Einsätzen stand sie dem HJV auf der Matte zur Verfügung, zuletzt mit der HJV-B-Lizenz. Aber nicht nur als Kampfrichterin war sie aktiv: auch als Bezirksjugendwartin (2004-2013), als HJV-Vorstandsmitglied in der Position der Referentin für Öffentlichkeitsarbeit (2004-2009) und als Datenschutzbeauftragte (2012-2013) brachte sie sich sehr engagiert für die Interessen des HJV ein. Seit letztem Jahr fungiert sie darüber hinaus als Mitglied des Rechtsausschusses. Bettina empfing aus den Händen von Marcel Frost ein original japanisches Teeservice, da sie leidenschaftlich Service aus Japan und China sammelt.

Die hessischen Kampfrichter bedanken sich bei Petra und Bettina für die vertrauensvolle und kollegiale Zusammenarbeit und wünschen beiden für ihren weiteren Lebensweg auf und neben der Matte alles Gute !

Marcel Frost

Kampfrichterreferent

   
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