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Deutsche Verbandsmannschaftsmeisterschaften (DVMM)

G-Judo 2015 am 14.November 2015 in Berlin

Judo 2015 Kampf

Judo 2015Bei den Deutschen Verbandsmannschafts-meister-schaften im G-Judo belegte die Auswahl des Hessischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbands und des Hessischen Judo-Verbandes einen sensationellen 1.Platz und ist somit Deutscher Meister in der Wettkampfklasse II/III. Die Deutschen Verbandsmannschaftsmeister-schaften im G- Judo (Judo für Menschen mit einer geistigen Behinderung) ist am Ende des Sportjahrs eine absolutes Highlight und ein große Herausforderung für die Auswahlmannschaften der Landesverbände.

Der Landeskader umfasste in diesem Jahr, anders als in den vielen Jahren davor, nicht nur G-Judoka des Budo Club Mühlheim. Bei den nationalen Spielen von Special Olympics Hessen in Marburg fiel dem Landestrainer Thomas Hofmann ein Kämpfer des Judo Club Wiesbaden sehr positiv auf. Schnell war der Kontakt zur Heimtrainerin Rebekka Perrier hergestellt und diese bereitete ihren Kämpfer Stefan de Craene für die DVMM vor.

Eine ideale Zusammenarbeit bahnte sich an. Stefan De Craene die ideale Besetzung in der zunächst durch den BC Mühlheim nicht zu besetzenden Gewichtsklasse bis 73 kg. Wie professionell in beiden Vereinen mit den Judoka mit geistiger Behinderung gearbeitet wird, zeigte sich an der Waage. Alle hessischen Judoka konnten in der für sie vorgesehenen Gewichtsklasse starten. Dies bedeutete, dass einzelne Judoka bis zu 5 Kilogramm abgenommen hatten.

Die Veranstaltung in Berlin begann mit einer Schweigeminute für die Opfer des Terroranschlags in Frankreich. Nicht ganz so glatt, wie das Wiegen am Vorabend, verlief der Start der Hessenauswahl in diese Meisterschaft. Wegen der Durchführung von durch Berlin falsch besetzten Gewichtsklassen wurde der erste Mannschaftskampf annulliert.

In Rede stand eine Disqualifikation der Berliner Mannschaft oder die Wiederholung des Mannschafts-kampfes. Hessen entschied sich für den sportlichen Weg.

Fotos :   Thomas Hofmann

Berlin 2 wurde in der Besetzung Benjamin Bauernfeind, Alexander Block, Stefan De Draene, Andre König, Ersin Celik mit 5:0 inder Unterbewertung 50:0 geschlagen.

Den Poolsieg sicherten sich die Hessen durch einen nie gefährdeten 4:1 Sieg gegen Niedersachsen.              

Im Halbfinale traf Hessen auf die in diesem Jahr überraschend starke Auswahl aus Baden-Württemberg. Benjamin Bauernfeind und Christian Hagen verloren ihre beiden Kämpfe und Hessen lag mit 0:2 im Hintertreffen. Doch Aufgeben ist kein e alternative für dieses Hessenteam. Stefan De Craene besiegte seinen Gegner vorzeitig durch einen Haltegriff. Andre König hatte es mit einem alten Bekannten mit Mattias Aldag zu tun. Die Hessentrainer stellten Andre König so auf Aldag ein, so dass dieser seine Spezialeindrehtechnik nicht mit Erfolg einsetzen konnte. König setzte einen Konter an und beendete den Kampf vorzeitig am Boden. Hessen hatte ausgeglichen.

Trotz der Tatsache, dass es sich um entscheidenden Einzelkampf handelt, ging Ersin Celik für Hessen gewohnt unbekümmert an den Start. Mit zwei Schultertechniken (Seoi-Nage und Seoi otoshi) führte Celik schnell mit einer hohen Wertung. Doch Vorsprung verwalten ist nicht Celiks Sache. Er wollte die vorzeitige Entscheidung, ging hier auch das Risiko eines Konters ein. Nach einem weiteren Wurfansatz kamen beide Kämpfer zu Boden und Celik konnte den Kampf vorzeitig mit einem Haltegriff gewinnen.

Knapp aber verdient gewann Hessen das Halbfinale mit 3:2. Hessen stand erneut wie im letzten Jahr im Finale gegen Nordrhein-Westfalen. Nach dem Finalkampf in der Wettkampfklasse I, den die Auswahl Nordrhein-Westfalens gegen Bayern gewinnen konnte, war die Stimmung in der Halle am Siedepunkt. Nordrhein-Westfalen feierte bereits lautstark einen Deutschen Meistertitel und es war klar, dass sie auch in der Wettkampfklasse II/III den Titel und somit das Doppel gewinnen wollten. In dieser aufgeheizten Stimmung trat Hessen mit der gleichen Besetzung wie im Halbfinale an. Das Finale nahm zunächst den gleichen Verlauf wie das Halbfinale. Benjamin Bauernfeind verlor den Auftaktkampf. In der Klasse über 90 kg traf Alexander Block auf seinen mehr als 40 kg schweren Gegner aus dem letzten Jahr. Taktisch hervorragend eingestellt bewegte Alexander Block seinen Gegner und brachte ihn ohne Wertung Boden. Kurzfristig konnte Block seinen Gegner mit einem Haltegriff festhalten, wurde jedoch dann regelrecht vom Oberkörper seine Gegners abgeworfen und selbst in einen Haltegriff genommen. Hessen lag erneut mit 0:2 im Hintertreffen. Stefan De Craene warf im nächsten Kampf seinen Gegner mit einer mittleren Wertung zu Boden, besiegte ihn mit Haltegriff vorzeitig und verkürzte auf 1:2. Andre König traf in seinem Kampf auf einen technisch sehr versierten Judoka aus NRW. Taktisch gut eingestellt konnte König die Angriffe seines Gegners abwehren und setzte danach eigene Kontertechniken an. Die erste Kontertechnik führte zu einer mittleren Wertung für König. Mit der zweiten Kontertechnik warf König seinen Gegner voll auf den Rücken und konnte vorzeitige den Kampf beenden. Vor dem letzten, alles entscheidenden Kampf stand des wie im letzten Jahr 2:2.

Erneut war es an Ersin Celik die Sache zu richten. Trotz der fast unerträglichen an Spannung für Mannschafts-kollegen und Trainer ging das Leichtgewicht Celik unbekümmert in den Kampf. Er nutzte eine Unaufmerksamkeit des Gegners aus, warf ihn zu Boden und besiegte ihn durch Haltegriff. 3:2 für Hessen !  -  Hessen ist Deutscher Verbandsmannschaftsmeister

Nordrhein-Westfalen, der haushohe Favorit geschlagen. Nicht nur bei der Hessenauswahl war die Freude riesengroß. Der gesamte Judo-Süden beglückwünschte die sympathische Hessenauswahl zu ihrem großen und niemals erwartenden Erfolg.

Die Hessenauswahl:

Für Hessen starteten:

- 66 kg Ersin Celik, Kevin Mahr (beide Budo Club Mühlheim)

- 73 kg Stefan De Craene (Judo Club Wiesbaden)

- 81 kg Benjamin Bauernfeind (Budo Club Mühlheim)

- 90 Kg Andre König, Alexander Block (Budo Club Mühlheim)

über 90 kg Christian Hagen (Budo Club Mühlheim)

Trainer:

Thomas Hofmann, Maren Stahlberg, Carl Bauernfeind (Budo Club Mühlheim), Rebekka Perrier (Judo Club Wiesbaden)

Stimmen zur Deutschen Meisterschaft:

Stefan De Craene, bis 73 kg:

"Der Landestrainer hat mich in Marburg gesehen und hat mich gefragt, ob ich nicht mitmachen wollte. Die Trainer und Leute im Hessenkader sind alle ziemlich cool und haben mich toll aufgenommen. Es war mit den Leuten großartig zusammen zu arbeiten. Unsere Trainer haben jeden Kampf unserer Gegner beobachtet und uns wertvolle Tipps gegeben. Es war ein tolles Erlebnis und es war cool den Erfolg eingefahren zu haben".

Alexander Block, bis 90 kg:

"Ich finde es gut, dass wir NRW geschlagen haben und nach 2010 wieder Deutscher Meister wurden".

Kevin Mahr, bis 66 kg:

"Es war ganz cool. Ich mach‘ das nächste Mal wieder mit und hoffentlich ohne vorherige Verletzung".

Rebekka Perrier, Trainerin und Förderschullehrerin, JC Wiesbaden:

"Es war eine wunderschöne Gruppendynamik. Ich habe mich als auswärtige Trainerin sehr gut aufgenommen und Wert geschätzt gefühlt. Ich freue mich auf eine Intensivierung der Zusammenarbeit und würde mir diese sehr wünschen".

Maren Stahlberg, Trainerin BC Mühlheim:

"Die Wiesbadener sind eine Bereicherung für unseren Hessenkader. Perspektivisch wünsche ich mir mit dem JC Wiesbaden 2016 einen Frauenkader".

Carl Bauernfeind, Trainer BC Mühlheim:

"Der letzte Kampf ging einem an die Nerven. Die Spannung war nicht zu übertreffen. Das waren sehr emotionale Momente. Die Jungs haben sich das absolut verdient".

Thomas Hofmann, Fachwart und Trainer HBRS/HJV:

"Das ist sensationell. Die Mannschaft wuchs über sich hinaus. Es sind äußerst sympathische Athleten. Sie fangen jeden Kampf bei Null an. Ohne Leistungsdruck von außen bringt jeder seine Höchstleistung.

Mit Stefan De Craene als Kämpfer und Rebekka Perrier als Trainerin aus Wiesbaden ist ein langjähriger Wunsch in Erfüllung gegangen. Wir haben jetzt einen tatsächlichen Hessenkader.

Für mich persönlich war es nach der Verleihung des Ehrenpreises des HBRS am Freitag und dem Deutschen Meistertitel am Samstag ein brutal schönes Wochenende. Darüber hinaus habe ich mich über die Wertschätzung unserer Leistung und unseres Auftretens durch die anderen Bundesländer sehr gefreut".

Thomas Hofmann

HJV-Bauftragter G-Judo

   
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