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Endlich geht es wieder los !!

Lang hat es gedauert. 
Lange hatten Judoka und Trainer Geduld.
Lange Zeit wurden die Trainingseinheiten Online und kontaktlos durchgeführt.
Lange wurden keine Wettkämpfe durchgeführt.
Lange konnten sich die ID-Judoka nicht treffen.
Doch jetzt war es endlich soweit.

Die ID-Judoka (Judoka mit einer geistigen und/oder mehrfachen Behinderung) legten wieder richtig los.

 

Am Tag der Corona-bedingten Absage der Deutschen Verbandsmannschaftsmeisterschaften sollte, unterstützt vom Hessischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband und dem Hessischen Judoverband, der RE-Start im ID-Judo stattfinden.

Höchst verantwortungsvoll hatte der Judo Club Wiesbaden unter Federführung von Rebekka Perrier die erste Veranstaltung für ID- Judoka seit mehr als 2 Jahren geplant. Die medizinische Beratung und die Betreuung der Veranstaltung wurden durch Dr. med. Christoph Meister, dem Mannschaftsarzt des JC Wiesbaden sichergestellt. Immer wieder wurden in den letzten Tagen vor der Veranstaltung die Maßnahmen und die Art der Durchführung den Pandemie geschuldeten Bedingungen angepasst. Immer unter der Vorgabe die höchst mögliche Sicherheit für die Athleten und Athletinnen zu garantieren und die Veranstaltung auf jeden Fall durchführen zu können.

„Eine Absage kam für mich eigentlich nicht in Frage. Wir werden vermutlich noch lange mit Corona zu tun haben und so müssen wir versuchen unser Leben und auch die Veranstaltungen entsprechend anzupassen. Durch 2 G plus, kontaktlose Angebote (Kata und Zumba), feste 5 er Gruppen, Maskenpflicht und räumlich getrennte Angebote ermöglichen wir eine sehr sichere Veranstaltung“, so Rebekka Perrier vom JC Wiesbaden.

Über 30 hessische ID-Judoka aus Mühlheim, Biebesheim und Wiesbaden fanden den Weg in die Sporthalle am 2.Ring. Die Mannschaften aus München und Grenzach-Whylen hatten leider Corona bedingt ihre Teilnahme abgesagt. Aber das nächste Treffen mit den Judofreunden aus Bayern und Baden-Württemberg ist schon geplant.

Viel Platz in der Halle.

Um zu jeder Zeit sichere sportliche Wettkämpfe zu garantieren wurde eine sehr große Wettkampffläche von 2 x 10 m, die Trainingsräumlichkeiten (Dojo) des JC Wiesbaden und eine räumlich abgetrennte Fläche in der Halle für den Zumba-Event genutzt.

Die ID-Judoka wurden unter 2 G-plus Bedingungen in 5 er Gruppen eingeteilt und nahmen am Randori, einem Kata-Workshop und an einer Zumba-Einheit teil.

Außerhalb der Matte war das Tragen von FFP 2 oder medizinischer Masken obligatorisch.

Die Judozweikämpfe wurden als Randori (Übungswettkämpfe) nach einem besonderen Wettkampfsystem indem Technik, Kampfstil, Kampfgeist, Engagement und Effektivität von den Kampfrichtern bewertet wurden.

In einem Workshop wurde die von Thomas Hofmann (Hessen) und Alwin Brenner (Bayern) maßgeblich entwickelten kontaktlosen Kata erstmals in Hessen vorgestellt und trainiert. Bei dieser Kata werden den Sportler/-innen Judotechniken (Fallschule, Bewegungslehre und Würfe) in einem bestimmten Ablauf ohne Partner abverlangt. „Diese Form der kontaktlosen Kata soll auch außerhalb der Corona-Pandemie ID-Judoka, die keinen Körperkontakt mehr zu lassen wollen oder können, die Möglichkeit eröffnen weiterhin Judo zu trainieren und auch an Wettkämpfen erstmals oder weiterhin teilnehmen zu können“, so Thomas Hofmann.

Großen Anklang fand auch der Zumba-Workshop. Hier zeigten die strahlenden Gesichter der ID-Judoka, dass sie auch außerhalb der Judomatte großen Spaß an der Bewegung und insbesondere an der Bewegung mit Musik haben.

Die hohe Wertigkeit, die diese Veranstaltung besaß, wurde durch die Anwesenheit von Willi Moritz, Präsident des Hessischen Judoverbands und Dr. Wolfgang Janko, stellvertretender Abteilungsleiter der Abt. Judo im Deutschen Behindertensportverband, unterstrichen.

Und beide sahen tolles Judo.

Das Offene Randori diente auch zur Sichtung für die Hessenkader, die am 19.11.2022, an gleicher Stelle um den Deutschen Meister Titel der Landesverbände kämpfen.

Amtierende Weltmeisterin ID-Judo Christine Schlachter gegen Salvatore Farruggia (beide Budo Club Mühlheim)
Amtierende Weltmeisterin ID-Judo Christine Schlachter gegen Salvatore Farruggia (beide Budo Club Mühlheim)

Am Ende wurde alle Teilnehmer mit Medaillen und Teilnehmerurkunden ausgezeichnet. Die jeweils Punktbesten der Vereine erhielten Pokale.

Ein großer Dank geht an die Verantwortlichen des Judo Club Wiesbaden und die Vertreter der Verbände, die diesen sicheren und tollen Event erst möglich machten.

Gespannt sind die ID-Judoka auf die weitere Entwicklung ihres Judo in Corona Zeiten.

Sie sind heiß darauf endlich wieder ihr Judo auszuüben.

 

 Nicole Hofmann - mit der eigenen Definition Judo. 

Text: Thomas Hofmann 
Fotos: Dr. Christoph Meister

 

 

 

   
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