Am 9. August 2009, dem Abschlusstag der ersten Weltmeisterschaften der U17 in Budapest kämpften die deutschen Judokas wieder erfolgreich um Medaillen. Natalia Kubin vom FTV Frankfurt wurde 3. bis -70 kg.

Natalia Kubin erreichte durch Siege gegen Bianca Crathorne aus Südafrika mit Kesa-gatame und gegen Elvira Krasnic aus Montenegro mit Würgetechnik den Kampf um den Poolsieg.

Gegen die Kanadierin Alix Renaud-Roy übernahm die Frankfurterin von Anfang an die Initiative und siegte vorzeitig mit Uchi-mata. Damit stand sie im Halbfinale gegen die Europameisterin Valeria Ferrari aus Italien. Zunächst verlief der Kampf ausgeglichen, doch im weiteren Verlauf ging die Italienerin mit Yuko in Führung. In der letzten Kampfminute musste Natalia die vorzeitige Niederlage hinnehmen. Im Kampf um die Bronzemedaille gegen Yuki Uchio konnte keine der beiden Athletinnen eine Wertung erzielen, so ging es in die Golden-Score-Verlängerung. Hier konnte die Deutsche Meisterin die entscheidende Yuko-Wertung durch Yoko-sumi-gaeshi erzielen und sich über den Gewinn der Bronzemedaille freuen.

Im Namen des gesamten Landesverbandes spricht Rainer Dötsch, Jugendleitung weiblich, Natalie die herzlichsten Glückwünsche für diese tolle Leistung aus. 

Der Weg von Natalia bis zu dieser Nominierung war lang und mit etlichen bitteren Niederlagen gepflastert, wie z.B. bei der Deutschen Meisterschaft U17 im März 2008. Das Ausscheiden in der Vorrunde machte klar, dass das bisherige Trainingspensum weder in der Intensität noch in der Anzahl der Trainingeinheiten ausreichend war.
So wurde der Trainingsplan umgestellt und es folgten neben ihrem Training im Heimatverein FTV Frankfurt regelmäßige Fahrten in die Leistungszentren Wiesbaden, Rüsselsheim und Köln. Darüber hinaus wurde die 1993 geborene Natalia in die U17/20 Lehrgänge des Hessischen und Deutschen Judoverbandes eingebunden.
Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und Natalia gewann Ende 2008 die drei großen Sichtungsturniere des Deutschen Judobundes in Bremen, Bamberg und Holzwickede. Im Dezember wurde sie dann von Bundestrainer Michael Bazynski in den Bundeskader berufen.

 

Der Titel der Deutschen Meisterin folgte im März 2009 und Medaillenplätze auf internationalen Turnieren in Tver (Russland), Teplice (Tschechien), beim Thüringen-Pokal und der IDEM schlossen sich an.
Im Juni stand Natalia dann auf der Rangliste der Europäischen Judo Union an zweiter Stelle hinter der Europameisterin Valeria Ferrari.

 

Natürlich hatte sich Natalia eine Chance auf eine Nominierung für eine der drei großen U17 Turniere (EM, EYOF; WM) in diesem Jahr ausgerechnet. Dass es dann aber die Weltmeisterschaft sein würde, hatte sie nicht im Traum erwartet. So eine Nominierung bedeutete aber auch, einem gewissen Erwartungsdruck standzuhalten. Mit dem Gewinn der Silbermedaille auf der Europameisterschaft im Juni hatte ihre Konkurrentin Maike Ziech aus Nordrhein-Westfalen die „Meßlatte“ hoch gelegt.

 

Um auf dieser Weltmeisterschaft in Top-Form an den Start gehen zu können, bereitete sich die 1,65 Meter große Natalia mit einem Pensum von 10 bis 14 Trainingseinheiten pro Woche vor. Da der hohe Trainings- und Turnierumfang mit ihrem damaligen schulischen Alltag nicht vereinbar war, wechselte Natalia dieses Jahr im März zum Heinrich Heine Sportgymnasium in Kaiserslautern. Dort sind auch die Rahmenbedingungen optimal, angefangen von einer individuellen schulischen bis hin zur intensiven medizinischen Betreuung. Ihr Heimverein unterstützte zusätzlich Natalias Training durch die Organisation von Trainingscamps im FTV Frankfurt, so dass die Vorbereitungen auf Hochtouren liefen. Neben Randori standen spezielle plyometrische Übungen und Taktik im Programm.

Auf die Frage, ob ihr das nicht alles zu viel werden würde, meinte Natalia: „Nein, viele Judokas sind meine Freunde und die motivieren mich super. Ohne sie würde ich das nicht machen“.

 

Mit zehn Jahren kam Natalia zum Judo und fand, nachdem sie verschiedene Sportarten ausprobiert hatte, den größten Spaß am „sich austoben können“ in dieser einzigartigen Sportart. Ihr damaliger Trainer Tadeusz Kurzetkowski hat es immer wieder geschafft, ihre kämpferische Natur zu fördern und ihre Motivation am Judo weiter wachsen zu lassen. Auch die Stimmung und Kameradschaft innerhalb der Judogemeinschaft war so gut, dass Natalia sich für Judo als Leistungsport entschieden hat.

Zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen gehören Violine spielen, Musik hören, lesen, mit Freunden ins Kino gehen und gerne auch mal den Tag vertrödeln, so es der Trainingsplan zulässt.

   
© Hessischer Judo-Verband e.V., alle Rechte vorbehalten HJV