«Der Jugend gehört die Zukunft, und deswegen möchte sich der DJB noch intensiver um die Kinder und Jugendlichen kümmern, die in den Judogi schlüpfen.» (DJB-Präsident Peter Frese im Judo Magazin 11, November 2014, S. 3.)
 
Bekanntlich sind mehr als 80 % der Judoka in Deutschland Kinder und Jugendliche. Für sie wird es in den kommenden Jahren teuer: Der DJB erhöht die Gebühr für seine Jahressichtmarke für Judo ab 2015 um 2,00 Euro, ab 2016 seine Abgabegebühr für Kyu-Prüfungsmarken für Vereinsmitglieder um 2,50 Euro, die Gebühr für Urkunden und Marken für Kyu-Prüfungen im Schul- und Hochschulsport um 4,50 Euro. Hinzu kommen weitere Gebührenerhöhungen auf anderen Gebieten.
 
Wir beantworten an dieser Stelle einige Fragen, die sich aus diesen Erhöhungen für unsere Mitglieder und die Judoka ergeben.
1. Muß jeder Judoka im Jahr 2015 mehr Geld für seine jährliche Jahressichtmarke bezahlen?
 
Nein. Der DJB hat den Termin für seine Mitgliederversammlung (15.-16. November 2014) und seine - in dieser Höhe nicht absehbare - Erhöhung des Mitgliedsbeitrags so gewählt, daß es in Hessen aus rechtlichen Gründen schlichtweg nicht möglich sein wird, die Beitragserhöhung im Jahr 2015 weiterzugeben.
 
Beitragsänderungen von Jahresbeiträgen können nämlich nicht im laufenden Jahr, sondern frühestens für das Folgejahr beschlossen werden. Daher müßten sowohl der HJV als auch der jeweilige Mitgliedsverein noch im Jahr 2014 die Beitragserhöhung beschließen. Beim HJV ist es nicht möglich, eine Mitgliederversammlung vor dem Jahresende anzuberaumen; selbst wenn es möglich wäre, dürfte es auch den Mitgliedsvereinen schwerfallen, eine Mitgliederversammlung in den verbleibenden Wochen dieses Jahres durchzuführen.
 
Satzungsbestimmungen etwa der Art, daß sich der Beitrag automatisch entsprechend erhöhen solle, wenn sich der Mitgliedsbeitrag des DJB erhöhe, sind unwirksam (daher enthält die Satzung des HJV keine solche Bestimmung); selbst wenn also sowohl die Satzung des Mitgliedsvereins als auch die Satzung des Landesverbandes eine solche Regelung enthalten sollte, braucht kein Mitglied einer Beitragsforderung, die auf einer derartigen unwirksamen Satzungsregelung beruht, Folge zu leisten.
 
Diejenigen Landesverbände des DJB, welche im Jahr 2014 ihre Beiträge durch konkreten eigenen Beschluß des hierfür zuständigen Organs des Landesverbandes (im Regelfall ist dies die Mitgliederversammlung) für das Jahr 2015 erhöht haben oder noch erhöhen, dürfen diese Beiträge von ihren Mitgliedsvereinen erheben. Mitgliedsvereine können diese Erhöhung aber nur weitergeben, wenn sie ebenfalls vor dem Jahresende 2014 noch entsprechende Beschlüsse fassen oder sie schon gefaßt haben.
 
Die Mitgliederversammlung des HJV im Oktober 2014 hatte sich nach längerer Diskussion ausdrücklich dagegen ausgesprochen, einen entsprechenden Beschluss zu fassen (und damit die Mitgliedsvereine des HJV entsprechend «unter Druck» zu setzen), obwohl das Risiko einer Erhöhung seitens des DJB, wenngleich nicht in der jetzt beschlossenen Höhe, durchaus diskutiert wurde.
 
2. Wie hoch ist der Betrag, den der HJV im Jahr 2015 zusätzlich an den DJB zahlen muß?
 
Das hängt von den Meldungen der Mitgliedsvereine des HJV zum 1. Januar 2015 ab. Für jeden gemeldeten Judoka, der in einem hessischen Verein Mitglied ist, wird der HJV 2,00 Euro mehr als im Etatanschlag vorgesehen an den DJB zu zahlen haben. Wir rechnen derzeit mit einer Mehrausgabe im Hinblick auf die Jahressichtmarken in einer Größenordnung von etwa 25.000 Euro. Um diesen Betrag müssen die Ausgaben des HJV im Jahr 2015 dann gegenüber dem von der Mitgliederversammlung verabschiedeten Haushalt gekürzt werden.
 
3. Ist der HJV an die Erhöhung gebunden?
 
Grundsätzlich darf der DJB wie jeder Verein seine Beiträge durch Beschluß der Mitgliederversammlung erhöhen.

Solange keine Nichtigkeit des Beschlusses auf Erhöhung des DJB Mitgliedsbeitrags ab Januar 2015 durch Beschluß des Rechtsaussschusses des DJB oder eines ordentlichen Gerichtes vorliegt, muß der HJV von der Gültigkeit dieses Beschlusses ausgehen und die erhöhten Beiträge entrichten.
 
Es wird gegebenenfalls zu prüfen und  von der Mitgliederversammlung des HJV zu entscheiden sein, ob der HJV rechtliche Schritte gegen diesen Erhöhungsbeschluß der DJB-Mitgliederversammlung einleiten sollte, weil
 
–  der DJB eineinhalb Monate vor Jahresende seinen  Beitrag erhöht,
– die Ladungsfristen für die Mitgliederversammlungen seiner Landesverbände aber teilweise, wie im HJV, acht Wochen betragen (und das vermutlich in vielen Vereinen ähnlich ist), und
– der DJB dabei bewußt in Kauf nimmt, daß seine Landesverbände und die Mitgliedsvereine so kurzfristig keine weitere Mitgliederversammlung einberufen und dementsprechend nicht reagieren können.
 
4. Ist mit einer Erhöhung des HJV-Mitgliedsbeitrags für das Jahr 2016 zu rechnen?
 
Die Mitgliederversammlung des HJV wird sich im Jahr 2015 entscheiden müssen, ob sie das Leistungsangebot des HJV – betroffen wäre wohl vor allem der Wettkampfsport einschließlich des Kampfrichterwesens – auch im Jahr 2016 noch weiter kürzen oder entsprechend der Beitragserhöhung des DJB auch den HJV-Beitrag für das Jahr 2016 erhöhen wird.
 
Alle Mitgliedsvereine des HJV sollten dies bei der Abhaltung ihrer jährlichen Mitgliederversammlung im Jahre 2015 bedenken und prüfen, ob in Erwartung einer möglichen Beitragserhöhung des HJV gegebenenfalls der eigene Mitgliedsbeitrag vorsorglich zu erhöhen wäre.
 
Andreas Bartsch / Prof. Dr. Axel Schönberger
Schatzmeister / Vizepräsident für Verwaltung
 
   
© Hessischer Judo-Verband e.V., alle Rechte vorbehalten HJV